Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.
1. Korinther 10, 23-24
Liebe Geschwister,
es ist schon erstaunlich, wie aktuell dieses Wort ist, das vor annähernd zwei Jahrtausenden verfasst wurde. Eine befreiende Feststellung steht hier am Beginn des Verses: Alles ist erlaubt. Während manche ihr Christsein über Abgrenzung und neue Regularien definieren wollen, fängt Paulus bei der neuen Freiheit in Christus an.
Wenn sich Gott den Menschen zu erkennen gibt und sie direkt anspricht, beginnen seine Begegnungen fast immer mit den Worten: „Fürchte dich nicht“, oder: „Friede sei mit dir.“ Gottes Werk an uns ist ein Versöhnungs- und Befreiungswerk („Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“
2. Korinther 5,19
). Gott befreit uns von allen Zwängen und aller Schuld. Ich muss nicht mehr versuchen, Rechtfertigung vor Gott durch eigene Leistung zu verdienen.
Gott befreit uns allerdings nicht nur von etwas, sondern auch für etwas. Befreit für ein neues Leben. Ein Leben, das sich abheben darf und sogar soll. Ein Leben, das in geheilte Beziehungen führen will zu Gott, unseren Mitmenschen und zu uns selbst.
Damit dieses neue und befreite Leben gelingen kann, hat uns Gott im neuen Bund keinen Katalog von Ge- und Verboten mitgegeben, sondern ein Vorbild und Werte für unser Handeln. Paulus fasst den Weg, auf dem gute und sichere Entscheidungen getroffen werden können in drei Gedanken zusammen:
- Ist es nützlich? (Manchmal muss man sich auch ehrlich fragen: Wozu nützt/führt es?)
- Baut es auf?
- Denke bei der Beantwortung der beiden vorangegangenen Fragen in erster Linie an andere. (Nützt es auch ihnen und baut es sie auf?)
Gottes Freiheit ist wunderbar und kostbar. Sie befreit uns gerade auch von Egoismus und Egozentrismus. So hat es Christus uns vorgelebt und so ist Gottes Weg für uns. Würde doch auf der ganzen Welt diese Freiheit herrschen, wir hätten schon eine große Ähnlichkeit zur himmlischen Welt. Gottes guter Wille soll geschehen, wie im Himmel, so auch auf Erden. Damit dies Wirklichkeit werden kann und wir tatsächlich das neue und befreite Leben in uns zur Entfaltung bringen können, müssen wir ihn bei uns beginnen lassen.
Ich bin überzeugt, dass es nur wenige mutige Menschen braucht, die diesen Weg gehen wollen, um unsere Gemeinde, unsere Stadt, dieses Land und die ganze Welt zu verändern. Ich wünsche dir und mir, dass seine verändernde Kraft in unseren Herzen eine neue Freiheit bewirkt, die uns und anderen in den Herausforderungen der kommenden Tage nützt, aufbaut und befreit.